Aktuelles aus der
Gesundheitsregion

Neue Mitglieder

Nr.:69
Charlotte-Bettina Boettcher, Potsdam

Nr.:68
LAUZAT & EDER GmbH, Berlin

Nr.:67
Dr. med. Cordula Tomalik, Neuenhagen

Aktuelle Veranstaltungen

Mitgliedervisite zum Thema „Personal“

Kompetenzen bestimmen die Auswahl

Das Können der Mitarbeiter und ihre Zusammenarbeit im Team können Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens stark beeinflussen. Doch die passenden Leute zu finden, gestaltet sich heute unvergleichlich schwieriger als noch vor zehn Jahren, weshalb der Faktor „Personal“ immer stärker in die Aufmerksamkeit der Führungsetagen rückt.

Grund genug – so dachten es sich die Initiatoren der Gesundheitsregion Berlin/Brandenburg - eine Mitgliedervisite diesem Thema zu widmen und sich ihm auf eine völlig neue Art zu nähern. An die 40 Mitglieder fanden sich am 18. September im Potsdamer Lokal „Garage du Pont“ ein, um mehr über den „Kompetenzorientierten Ansatz für die Auswahl, Steuerung und Weiterentwicklung von Mitarbeitern zur gemeinsamen Unternehmenszielerreichung“ zu erfahren. Hinter dem sperrigen Titel verbarg sich ein spannender Vortrag des Berliner Personalberaters Ronald May.

May - von der Wirtschaftswoche als „Menschenkenner unter den Personalberatern“ betitelt - stellte ein von ihm und dem Berliner Psychologie-Professor Matthias Ziegler entwickeltes Modell zur Personalauswahl und -entwicklung vor.

In seiner langen Beratertätigkeit, unter anderem bei einigen großen Wirtschaftsplayern, stellte sich May immer wieder die Frage: „Was macht Menschen erfolgreich?“ Anstatt sich auf das „Bauchgefühl“ eines Personalers zu verlassen, forschte er nach objektiven Kriterien für die Auswahl der Mitarbeiter, um deren Einsatzgebiet exakt an ihren Kompetenzen auszurichten. Nicht jeder kann an jedem Platz im Unternehmen erfolgreich sein und für die meisten Positionen braucht es braucht mehr als reines Fachwissen.

An dieser Stelle kommt das Kompetenzrahmenmodell G8T - GREAT EIGHT - ins Spiel, welches man – stark vereinfacht - als Fragebogen-basierte Messmethode verstehen könnte. Indem die Probanden den Grad ihrer Zustimmung zu 50 verschiedenen Frageblöcken ankreuzen, werden Informationen über ihr Wissen, ihre Fertigkeiten und Fähigkeiten, ihre Persönlichkeit, Interessen und andere Aspekte zusammengetragen, die es dann wiederum erlauben, in der Auswertung berufliche Kompetenzen zu erkennen und Vergleiche zwischen mehreren Mitarbeitern anzustellen. Im Einzelnen geht es um die acht Bereiche: „Führen und entscheiden“, „Unterstützen und Kooperation“, „Interaktion und Präsentation“, „Analysieren und Interpretieren“, „Kreiren und Konzeptualisieren“, „Organisieren und Ausführen“, „Anpassung“ sowie „Unternehmen und Leistung“. Ein Test dauert nicht länger als 30 Minuten. Die Auswertung ist laut Firmenprospekt transparent, nachvollziehbar, wertschätzend und hinterlässt ein positives Bild beim Probanden. Anwendung findet das Modell nicht nur bei der Bewerberauswahl, sondern auch im Personalmanagement. Hier insbesondere in der Personalentwicklung, der zielgenauen Förderung und gezielten Fortbildung sowie der Nachfolgeplanung. Seine Einsatzmöglichkeit beschränkt sich nicht auf große Firmen, sondern hilft auch kleinen Betrieben, motivierte Mitarbeiter auf den richtigen Platz zu setzen, an dem sie sich persönlich entfalten können, gesund bleiben und in der Lage sind, ihr Bestes für die Firma zu geben.

Für die meisten Besucher der Mitgliedervisite war das Thema interessantes Neuland, dem man mit vielen Nachfragen begegnete. Im anschließenden Get together blieb genügend Zeit für angeregte Diskussionen.

Mehr Informationen:
great8tachometer.com
www.therocinstitute.com

Einige Impressionen der Mitgliedervisite:


Gemeinsame Aufgaben für Studierende und Ärzte

Gesundheitsregion Brandenburg BB

Um eine Region voranzubringen, braucht es neben einem Ziel Vordenker, Mitgestalter und eine gemeinsame Plattform. Diese bietet den verschiedenen Playern im Gesundheitswesen der Verein „Gesundheitsregion Brandenburg/BB“ mit gemeinsamen Treffen und Aktionen. Bei den als „Mitgliedervisite“ bekannten Veranstaltungen werden Lösungsansätze für aktuelle, brennende Themen gesucht. So auch am 3. Mai, als sich Vereinsmitglieder und zahlreiche Gäste im altehrwürdigen Festsaal der Ruppiner Kliniken versammelten, um ein Projekt auf den Weg zu bringen: den Studenten der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB) Praktika in den Arztpraxen der Region zu vermitteln.

Die noch junge Hochschule, die sich der Versorgungsforschung verschrieben hat, bietet Studiengänge in den Fächern Medizin und Psychologie an. Gegenüber vielen anderen Universitäten setzt die MHB vom ersten Semester an auf Praxisnähe. Der „Praxistag“, der an sechs bis sieben Terminen pro Semester stattfindet, ist für die Studierenden ein Highlight, können sie doch ihr theoretisches Wissen im medizinischen Alltag unter Aufsicht am Patienten anwenden. Zwar gibt es im Land schon an die 50 Arztpraxen, die den angehenden Kollegen ihre Türen öffnen, doch es könnten noch mehr sein.

Dass das Thema bei den Medizinern des Landes durchaus auf Interesse stößt, ließen die beinahe 100 Besucher, die sich auf den Weg nach Neuruppin gemacht hatten, vermuten. Zwar gaben sich einige noch etwas zurückhaltend – Praktikanten zu betreuen kostet Zeit und bringt den Praxisablauf durcheinander – doch erhielt die Hochschule durchweg Lob für ihre Praxisorientierung. Konkret nachgefragt, konnten sich mehrere Praxisinhaber sogar vorstellen, den jungen Leuten eine Chance zu bieten.

Dass sie damit unbedingt richtig liegen, zeigten die Statements zweier Studierender und zweier Ärzte, die über ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Praxistag berichteten. Insgesamt gab es viel Lob. Die einzige kritische Anmerkung betraf die Zeitfrage, doch das war allen bereits bewusst, bevor sie sich auf die Aufgabe einließen. Als viel wichtiger und angenehmer stellten beide Seiten die Vorteile heraus, die sie aus ihrer gemeinsamen Zeit zogen. Während die Praxisinhaber die Sichtweise junger angehender Mediziner inspirierte, einen Blick von außen auf das Praxisgeschehen zu werfen und sogar gelegentlich das eigene Handeln zu hinterfragen,  profitierten die Neulinge von den Erfahrungen der gestandenen Ärzte. Die Patienten waren in den allermeisten Fällen aufgeschlossen und erfreut über die jungen Leute.

Auf großes Interesse stieß auch der Vortrag des  „Hausherren“.  Dekan Univ.-Prof. Dr. Prof. h.c. Dr. h.c. Edmund A. M. Neugebauer stellte höchstpersönlich seine junge Hochschule und die vielfältigen Forschungsprojekte vor.

Beim anschließenden Get together ergaben sich viele Gelegenheiten, sich auszutauschen und Kontakt zu den Studenten aufzunehmen. Mit dem Praxistag ist ein guter Anfang gemacht. In naher Zukunft wird es darum gehen, wie man die jungen Ärzte dazu bringt, sich gegen den Trend und damit gegen die Großstadt zu entscheiden, um sich für eine Zukunft  im kleinstädtischen oder ländlichen Bereich zu begeistern. Der Verein Gesundheitsregion Brandenburg BB, der am 3. Mai einige neue Mitglieder hinzugewinnen konnte, wird die Mediziner dabei begleiten.

Einige Impressionen der Mitgliedervisite: