Aktuelles aus der
Gesundheitsregion

Neue Mitglieder

Nr.:73
Diana Apotheke E.K. Pächter, Berlin

Nr.:72
Apotheke im Markt-Center, Potsdam

Nr.:71
Dr. Verena Ernst, Potsdam

Aktuelle Veranstaltungen

Gesundheitspolitik nach der Wahl.

Die Begrüßung und Moderation erfolgt durch den stellv. Vorsitzenden der Gesundheitsregion Brandenburg, Herrn Jürgen Nitsche. Er richtete die Grüße des 1. Vorsitzenden, Jürgen Möller, aus und entschuldigte diesen, da Herr Möller berufliche Verpflichtungen in Bayern hatte.

Als Gastredner konnte Herr Nitsche den 1. Stellv. Vorsitzenden, Gesundheitspolitischer Arbeitskreis der CDU NRW, Frank Rudolph begrüßen. Herr Rudolph hat eine langjährige gesundheitspolitische Expertise und war u.a. 6 Jahre Mitglied der Bundeskommission Gesundheit der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU. Seinen Vorstandsposten beim GPA der CDU NRW bekleidet Herr Rudolph seit 2007. Weiterhin ist er einer der Mitbegründer es GPA.

Herr Nitsche stellte dann die weiteren Aktivitäten der Gesundheitsregion dar und gab einen kurzen Ausblick auf zukünftige Veranstaltungen. Die entsprechenden Themen und Termine werden dann jeweils zeitnah bekannt gemacht.

In seinem Vortrag erläuterte Herr Rudolph die zukünftigen Schwerpunktaufgaben der Bundesregierung in der Gesundheitspolitik. Dabei werde ein Hauptaugenmerk auf das Thema Pflege gelegt. Der neue Gesundheitsminister Jens Spahn werde nun zeitnah erste Vorschläge und Maßnahmen zur deutlichen Verbesserung der Pflege vorlegen. Hierbei geht es ihm insbesondere um die Gewinnung von zusätzlichen Pflegekräften und eine Steigerung der Attraktivität des Berufsbildes. Hierzu sollen in einem ersten Schritt 13.000 zusätzliche Pflegestellen geschaffen werden. Sicherlich ist dies, laut Frank Rudolph, ein erster Schritt und nicht das Ende der Maßnahmen. Herr Rudolph prangerte auch sehr deutlich die aufkommende Kritik an Jens Spahn an. Es könnte nicht sein, dass grundsätzlich alle Vorschläge des Ministers als falsch, zu spät oder nicht sinnvoll tituliert werden. Damit kommt man in diesem Problemfeld nicht weiter. Sicherlich, und darüber dürfte sich auch der Bundesgesundheitsminister im Klaren sein, sind dies nur erste Schritte, weitere müssen hier folgen. Allerdings muss man ja auch irgendwo den Anfang machen. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut, so Frank Rudolph. Den Kritikern von Jens Spahn schreibt Frank Rudolph ins Heft diese sollten nicht immer alles ständig kritisieren, sondern sinnvolle Vorschläge zur Verbesserung der Gesamtsituation machen.

In der gleichzeitig stattfindenden Wartezeitendiskussion sieht Frank Rudolph vor allem die Hausärzte in der Pflicht. Bevor man nach neuen gesetzlichen Regelungen ruft, sollten die vorhandenen Gesetze erstmal vollumfänglich umgesetzt werden. Die seinerzeit unter Ministerin Ulla Schmidt eingeführten Hausarztverträge hatten auch den Sinn und Zweck, dass der Hausarzt als Lotse im Gesundheitswesen fungiert. Frank Rudolph verwies darauf, dass der Hausarzt in dringenden medizinischen Fällen die Koordinierung der Facharzttermine vornimmt und mit seinen ärztlichen Kollegen abstimmt. Auch dies sei ein Instrument der Hausarztverträge und ein politisch gewollter Prozess.

Abschließend sprach Herr Rudolph noch das Thema der fehlenden medizinischen Versorgung auf der Fläche an. Aus seiner Sicht ist dies weniger ein Problem der Bezahlung, sondern mehr ein Problem der oft fehlenden Infrastruktur auf dem Lande. Eingestellte Bahnverbindungen, keine Kita Plätze, fehlende weiterführende Schulen und nicht vorhandene berufliche Perspektiven für den Ehepartner halten viele Ärztinnen und Ärzte davon ab eine Praxis auf dem Land zu eröffnen. Anschließend beantwortete Herr Rudolph die Fragen der Zuhörerinnen und Zuhörer. Dabei gab es einen bunten Strauß von Fragen, die sich über das gesamte Themengebiet der Gesundheitspolitik erstreckten. Ein sehr wichtiger Aspekt war sicherlich das Thema Medizinstudium und damit verbunden, die Vergabe von Medizin Studienplätzen. Herr Rudolph sah dies ebenfalls als Problem an und verwies auf die derzeit laufenden Diskussionen in der Politik und der Bundesärztekammer. So arbeite das Bundesbildungsministerium unter Ministerin Anja Karliczek in dieser Frage sehr eng mit dem Gesundheitsministerium zusammen. Auch der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Montgomery, sieht eine Novellierung der Studienzugangsbedingungen im Fachbereich Medizin. Auch arbeiten mittlerweile Länder wie Nordrhein Westfalen an zusätzlichen Studienplätzen. So soll in der Nähe von Bielefeld eine weitere medizinische Fakultät entstehen und der Zugang zum Medizinstudium deutlich erleichtert werden.

Zum Schluss der Diskussion kamen seitens der anwesenden Apotheker Fragen zum im Koalitionsvertrag festgelegten Versandhandelsverbot. Herr Rudolph bestätigte die im Koalitionsvertrag festgelegte Vorgehensweise stellte aber auch fest, dass es hierzu noch deutlichen Abstimmungsbedarf geben wird. Weiterhin stellte er fest, dass die Bundesregierung, und hier insbesondere das Gesundheitsministerium, nun nicht alle Punkte im Koalitionsvertrag innerhalb von 3 Monaten umsetzen werde. Das wäre auch überhaupt nicht möglich. Die Regierungszeit ist auf 4 Jahre ausgelegt, und diese Zeit sollte man den handelnden Personen auch lassen. Abschließend warb Herr Rudolph darum, den neuen Bundesgesundheitsminister zum Ende seiner 4 jährigen Amtszeit an seinen Taten und Gesetzen zu messen. Bereits nach 3 Monaten das Füllhorn der Kritik über ihm auszuschütten ist nicht nur ungerecht, sondern dient der Sache insgesamt in keinster Weise.

Beim anschließenden Buffet konnten sich alle Teilnehmer weiter untereinander austauschen und der Gastredner, Frank Rudolph, stand für individuelle Fragen zur Verfügung.

Die Gesundheitsregion Brandenburg bedankt sich recht herzlich bei allen anwesenden Mitgliedern. Insbesondere bedanken möchten wir uns bei Herrn Frank Rudolph für seinen Vortrag und die Beantwortung aller Fragen aus dem Publikum. Wir freuen uns auf die nächsten interessanten Veranstaltungen mit Ihnen.

Einige Impressionen der Mitgliedervisite:


Mitgliedervisite zum Thema „Personal“

Kompetenzen bestimmen die Auswahl

Das Können der Mitarbeiter und ihre Zusammenarbeit im Team können Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens stark beeinflussen. Doch die passenden Leute zu finden, gestaltet sich heute unvergleichlich schwieriger als noch vor zehn Jahren, weshalb der Faktor „Personal“ immer stärker in die Aufmerksamkeit der Führungsetagen rückt.

Grund genug – so dachten es sich die Initiatoren der Gesundheitsregion Berlin/Brandenburg - eine Mitgliedervisite diesem Thema zu widmen und sich ihm auf eine völlig neue Art zu nähern. An die 40 Mitglieder fanden sich am 18. September im Potsdamer Lokal „Garage du Pont“ ein, um mehr über den „Kompetenzorientierten Ansatz für die Auswahl, Steuerung und Weiterentwicklung von Mitarbeitern zur gemeinsamen Unternehmenszielerreichung“ zu erfahren. Hinter dem sperrigen Titel verbarg sich ein spannender Vortrag des Berliner Personalberaters Ronald May.

May - von der Wirtschaftswoche als „Menschenkenner unter den Personalberatern“ betitelt - stellte ein von ihm und dem Berliner Psychologie-Professor Matthias Ziegler entwickeltes Modell zur Personalauswahl und -entwicklung vor.

In seiner langen Beratertätigkeit, unter anderem bei einigen großen Wirtschaftsplayern, stellte sich May immer wieder die Frage: „Was macht Menschen erfolgreich?“ Anstatt sich auf das „Bauchgefühl“ eines Personalers zu verlassen, forschte er nach objektiven Kriterien für die Auswahl der Mitarbeiter, um deren Einsatzgebiet exakt an ihren Kompetenzen auszurichten. Nicht jeder kann an jedem Platz im Unternehmen erfolgreich sein und für die meisten Positionen braucht es braucht mehr als reines Fachwissen.

An dieser Stelle kommt das Kompetenzrahmenmodell G8T - GREAT EIGHT - ins Spiel, welches man – stark vereinfacht - als Fragebogen-basierte Messmethode verstehen könnte. Indem die Probanden den Grad ihrer Zustimmung zu 50 verschiedenen Frageblöcken ankreuzen, werden Informationen über ihr Wissen, ihre Fertigkeiten und Fähigkeiten, ihre Persönlichkeit, Interessen und andere Aspekte zusammengetragen, die es dann wiederum erlauben, in der Auswertung berufliche Kompetenzen zu erkennen und Vergleiche zwischen mehreren Mitarbeitern anzustellen. Im Einzelnen geht es um die acht Bereiche: „Führen und entscheiden“, „Unterstützen und Kooperation“, „Interaktion und Präsentation“, „Analysieren und Interpretieren“, „Kreiren und Konzeptualisieren“, „Organisieren und Ausführen“, „Anpassung“ sowie „Unternehmen und Leistung“. Ein Test dauert nicht länger als 30 Minuten. Die Auswertung ist laut Firmenprospekt transparent, nachvollziehbar, wertschätzend und hinterlässt ein positives Bild beim Probanden. Anwendung findet das Modell nicht nur bei der Bewerberauswahl, sondern auch im Personalmanagement. Hier insbesondere in der Personalentwicklung, der zielgenauen Förderung und gezielten Fortbildung sowie der Nachfolgeplanung. Seine Einsatzmöglichkeit beschränkt sich nicht auf große Firmen, sondern hilft auch kleinen Betrieben, motivierte Mitarbeiter auf den richtigen Platz zu setzen, an dem sie sich persönlich entfalten können, gesund bleiben und in der Lage sind, ihr Bestes für die Firma zu geben.

Für die meisten Besucher der Mitgliedervisite war das Thema interessantes Neuland, dem man mit vielen Nachfragen begegnete. Im anschließenden Get together blieb genügend Zeit für angeregte Diskussionen.

Mehr Informationen:
great8tachometer.com
www.therocinstitute.com

Einige Impressionen der Mitgliedervisite: